s c u l p t u r e   Thomas Link - Kirchenraum-Gestaltung


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ST. STEPHANUS, PFARRKIRCHE PAUNZHAUSEN

St. Stephanus Pfarrkirche
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Erzbistum München und Freising Dekanat Scheyern

Altar, Ambo Untersberger Marmor
4 Glasplatten - gegossen, strukturiert, kreistransparent
Stipes Blattvergoldung
Sedilien, Bänke Ahorn
Kerzenleuchter Schmiedebronze, blattvergoldet

Ausführung 2001

In der Konzeption für den Altar zu St. Stephanus werden die beiden Grundelemente - Mensa und Stipes - von jedwedem Blockcharakter befreit. Der Stipes - Verbindung mit der Erde, trägt die Mensa. Getragen werden aus einer Basis heraus impliziert auch jenes Grundgefühl des Getragenwerdens - die Losgelöstheit, ein Schweben.

Die Botschaft Christi trägt den Menschen im Glauben, im Gebet, im alltäglichen Tun. Sie ist das Getragensein in einem Leben, das den Stand sucht, die aufrechte Haltung in der Wahrhaftigkeit des Geistes, die Stellungnahme gegenüber den Lebensaufgaben und deren Überwindung. Getragensein heißt nicht den Boden zu verlieren, es bedeutet eine Hingabe in die tragenden Kräfte aus einem Vertrauen heraus. Die Mensa kann ein Symbol dieses Getragenwerdens sein, sich öffnend ausgebreitet in den Raum. Von ihr steigen - um mit Augustinus zu sprechen - "die Gebete wie Weihrauch gen Himmel".

Das eigentlich Körperhafte des Altars vermittelt der Stipesbereich. Er besteht aus einem zentralen, massiven Trägersockel, auf dem die Mensa fest verankert ist. Die vier Seitenwände des Trägersockels sind beschichtet mit Gold.
In einem bestimmten Abstand sind dem Trägersockel je Seite eine dicke, schwere Gußglasplatte vorgelagert, die nach oben, zur Mensa hin, einen Abstand hält. Die vier Eckpunkte werden durch quadratische Steinsäulen gesetzt, die die Mensa ebenfalls nicht berühren, den Glasflächen aber einen Rahmen bieten. Umraum, der mit der Mensa nicht verbunden ist, eine körperhafte Umhüllung, die Außenseite des Stipes.
Durch die Unverbundenheit der Außenwandungen des Stipes mit der Mensa scheint diese zu schweben, getragen von einer nicht direkt sichtbaren Kraft.
Die Körperhaftigkeit des Stipes ist gekennzeichnet durch ein Innen und Außen. Der Raumkörper ist transparent in seinem formalen Aufbau, durch Zwischenräume, Blickachsen und Offenheit für den Lichteinfall, kein Element berührt das andere, wodurch sich eine Leichtigkeit in der Wirkung ergibt.

Eine gewisse Transparenz entsteht auch durch die Materialität der schweren Gussglasplatten zu allen vier Seiten. Die von Glas erwartete Durchsichtigkeit ist verändert zu einer dichten Materialität, die Oberfläche hat haptische Qualität.
Dennoch bleibt das Typische für Glas erhalten, eine Raumwirkung ins Innere, eine Transparenz, die sich in manchen Partien verschließt, in anderen wieder öffnet und den Raum dahinter durchschimmern lässt mit seinem warmen diffusen Leuchten des Goldes.
Zugleich wirkt die Außenfläche in der unvergleichbaren Helligkeit des Materials Glas, mit dem ihm immanenten Schimmern und Leuchten, das aufscheint, wenn Licht mit ins Spiel kommt.
Ein Lichtkörper entsteht, frei reflektierend auch in die Zwischenräume hinein, die zu den raumstabilisierenden Ecksäulen belassen wurden.

Die Stipesansicht, zur Gemeinde hin, erfährt eine Erweiterung. Die Glasplatte dieser Seite ist etwas anders gestaltet. Sie trägt nach oben hin, aus der Mitte versetzt, einen großen Kreis, dessen Innenfläche vollständig transparent ist. Durch den Kreis ist die goldbeschichtete Wandung des Trägersockels sichtbar und schimmert aus der Tiefe des Innenraums. Aus der diffus leuchtenden Helligkeit der Glasplatte steigt der Kreis auf und enthüllt den warmen Goldton.

Der Kreis, ursprünglich das Symbol für die Sonne, steht im Christentum für den Himmel, für den Übergang in ein neues Leben. Der Kreis ist Sinnbild für das Universum.
Das Gold, als Goldgrund in der frühchristlichen und byzantinischen Kunst wie auch im Mittelalter häufig verwendet, verweist auf den himmlischen Raum.
Dort vollzieht sich die eigentlich tragende Kraft, die sich nach oben flügelartig und schwebend weitet in Form der Mensa. Sie trägt die Elemente, wird zum Ort der Wandlung um den sich die Gläubigen reihen und Christus begegnen als dem Erlöser.


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